Regensburger Unternehmen wird auf Cebit für Innovationspreis IT nominiert
Selbstdenker AG für neues Textverarbeitungssystem „Text in Motion“ ausgezeichnet
Regensburg, den 11. März 2009 - Die Regensburger Selbstdenker AG ist anlässlich der Computermesse Cebit für ein innovatives Produkt ausgezeichnet worden. Ihr brandneues Textverarbeitungssystem „Text in Motion“ hat beim Innovationspreis IT einen zweiten Platz gewonnen. Es ermöglicht einer Gruppe von Autoren, über das Internet gleichzeitig an demselben Textdokument zu arbeiten. Nach Recherchen des Regensburger Softwareunternehmens ist das neue Produkt technisch, in seiner Umsetzung und vom Benutzerkomfort her derzeit einmalig. Den Anstoß zur Entwicklung gab eine deutsche Landesbank.
„Text in Motion“ konnte sich in der Kategorie „Office“ des Innovationspreis IT platzieren. Sie zeichnet Lösungen aus, die den Büroalltag erleichtern. „Dabei ist Büroalltag für unsere Anwendung vielleicht nicht ganz treffend“, meint Stephan Fürnrohr, Gründer und Vorstand der Selbstdenker AG. Denn das Produkt ist nicht für die übliche Schreibarbeit am Computer gedacht. Vielmehr ermöglicht es einem ganzen Netzwerk von theoretisch unbegrenzt vielen Autoren, gleichzeitig an langen und komplexen Textwerken zu arbeiten. „Die einzelnen Autoren brauchen dazu nichts weiter als einen Computer mit Internetanschluss und einem Internet-Browser, sie können also buchstäblich über die ganze Welt verstreut arbeiten. Auf dem jeweiligen Computer muss nichts zusätzlich installiert werden“, erklärt Jörg Kulow, Mitinhaber des Softwareunternehmens und Projektleiter für „Text in Motion“.
Die Landesbank, die den Auftrag für die Programmierung gab, hatte nach einem bereits fertigen Paket gesucht aber keine passende Lösung gefunden. Aufgabenstellung war, Wertpapierprospekte schneller und günstiger als bisher zusammenzustellen. Wertpapierprospekte sind umfangreiche Broschüren, die nicht selten die Dicke eines kleinen Katalogs erreichen. Verschiedenste Fachabteilungen der Bank arbeiten an den einzelnen Kapiteln, Redakteure überarbeiten die Inhalte, Zwischenschritte auf dem Weg zum fertigen Prospekt müssen geprüft, korrigiert und frei gegeben, das Gesamtwerk schließlich gedruckt werden.
„Text in Motion“ eröffnet den Autoren die Möglichkeit, tatsächlich gleichzeitig an verschiedenen Abschnitten desselben Textdokuments zu arbeiten. Das hin- und herschicken per E-Mail entfällt, niemand bearbeitet eine zwischenzeitlich bereits veraltete Version, denn automatisch ist immer nur die aktuelle verfügbar. Auch lässt sich genau festlegen, welcher Autor zu welchen Abschnitten Zugang erhält. So kann sich niemand – versehentlich oder absichtlich – in Textteile einmischen, für die er nicht zuständig ist. Völlig offen und damit sehr flexibel ist am Ende das Format des fertigen Textwerks. Es liegt in einer Datenbank und lässt sich ganz nach Wunsch des Kunden ausgeben.
„Die zugrunde liegende Technik, die Umsetzung und der Komfort unseres Produkts sind unseres Wissens einmalig“, sagt Stephan Fürnrohr. Als Anwendungsbereiche kann er sich Unternehmensbilanzen, komplexe Vertragswerke, umfangreiche behördliche Genehmigungsbescheide oder wissenschaftliche Publikationen vorstellen, „alles Felder, wo mehrere Autoren gemeinsam an einem Dokument arbeiten.“
Fast wäre es der Selbstdenker AG nicht mehr gelungen, ihr neues Produkt zum Preis anzumelden. „Wir sind so knapp fertig geworden, dass ich die Bewerbung Mitte Februar buchstäblich in letzter Minute abgeschickt habe“, sagt Fürnrohr. Dem Erfolg hat das jedenfalls nicht geschadet.
Der Innovationspreis IT wird seit 2004 jährlich von der Initiative Mittelstand anlässlich der Computermesse Cebit in Hannover vergeben. Im Mittelpunkt des Preises stehen nicht Unternehmen, sondern innovative Produkte, die das Potenzial haben, mittelständischen Unternehmen einen echten Nutzen zu bringen. Mit über 2.000 Einreichungen haben 2009 so viele Produkte wie noch nie um die Auszeichnung in den 34 Kategorien konkurriert. Die Jury ist mit Branchenexperten, Professoren, Wissenschaftlern und Fachjournalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hochkarätig besetzt. Die Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr das Bundeswirtschaftsministerium übernommen.
Die Selbstdenker AG ist 2001 aus einem von Stephan Fürnrohr gegründeten losen Zusammenschluss von Softwareentwicklern hervorgegangen. Mitinhaber Jörg Kulow und Fürnrohr beschäftigen am Firmensitz in der Regensburger Altstadt aktuell zehn Mitarbeiter, einen davon als Auszubildenden.
Das Unternehmen bietet seinen Kunden auf der Basis von selbstentwickelten, standardisierten Softwarebausteinen, den SDFrameworks, individuelle Lösungen an. Im Gegensatz zu individuell programmierten Anwendungen sinken dadurch die Kosten und steigt die Geschwindigkeit der Produktentwicklung.
Eignen sich nach den Anforderungen eines Kunden individuell programmierte Anwendungen zur weiteren Vermarktung, räumt die Selbstdenker AG dem Kunde einen Kostenvorteil ein, sofern er mit dem weiteren Verkauf einverstanden ist.
Als profitables und eigenfinanziertes Unternehmen ist die AG unabhängig von Interessen externer Investoren und kann sich vollständig auf Qualität und Service für ihre Kunden konzentrieren.
